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Weihnachtsgans – Bauerngans vorgekocht

Woher stammt eigentlich die Tradition der Weihnachtsgans? Nun, scheinbar saß 1588 in England der Hof der Königin Elisabeth I zu Tisch und genoss eine knusprig zubereitete Gans, als sie die Nachricht von der Zerstörung der spanischen Armada erhielten. Zum Gedenken und zur Feier dieses Ereignisses, wurde fortan die Gans zum Festessen ernannt. Und weil das Festessen von sich reden machte, schwappte der Brauch auch über die Landesgrenzen hinaus.

Einkauf

Eine gute Fleischgans erkennt man an den Keulen; da soll etwas Fleisch (dunkle Stellen) durchschimmern. Sieht die Gans etwas glasig aus, wie Marzipan, ist sie sehr fett. Eine frische Gans sollte 3 – 5 Tage im Kühlen lagern, dann erst entwickelt sie den typischen Gänsegeschmack. Am besten auf einen Rost oder einen großen Sieb legen, damit der Saft abtropfen kann.  Eine tiefgefrorene Gans 2 Tage im Kühlen liegen lassen.

  • Für 6-8 Personen reicht eine kleine Gans mit 4 kg
  • Für 8-10 Personen reicht eine große Gans mit 5 kg
  • Sie haben mehr Gäste? Dann machen Sie einfach zwei Gänse!

 

Vorbereitung

Federn und Kiele entfernen, den Bauch gründlich säubern. Die Fettbäckchen abschneiden und etwa 12 Stunden in kaltem Wasser wässern.
Die Gans von innen und außen gut auswaschen, mit Salz abreiben und wieder abspülen. Danach noch einmal innen und außen salzen, mit Majoran ausstreuen. Jetzt kommen Äpfel hinein um sie auszufüllen (Boskop oder Goldparmenen sind empfehlenswert, evt. auch eine Orange), 2 Stiele Beifuss oder Majoran. Die Gans zunähen oder die Bauchlappen mit Spießchen fixieren.

Achtung: Wird die Gans wie unten beschrieben vorgekocht, wird sie erst vor dem Braten, also nach dem Kochen, befüllt!

Vorkochen

Durch das Vorkochen soll die Gans saftiger bleiben, außerdem verkürzt es die Bratzeit.
Die Gans mit der Brustseite nach unten in die Pfanne oder den Bräter legen und diesen halbvoll mit Wasser befüllen. Etwa einen Teelöffel Salz und eine geschälte Zwiebel ins Wasser geben, das Wasser auf dem Herd oder im Backofen zum Kochen bringen. Sobald das Wasser kocht wird die Temperatur deutlich verringert, so dass die Gans ca. 1 Stunde (eine große Gans auch länger) im heißen Wasser sachte gart. Nach der Garzeit die Gans aus dem Bräter nehmen, die Flüssigkeit aus dem Topf sieben und aufbewahren. Die abgekühlte Gans wieder in den gesäuberten Bräter geben, Deckel drauf und bis zum nächsten Tag kühl stellen.

Braten

Vorgekocht braucht die Gans ca. 1 1/2 – 2 Stunden um knusprig zu werden, ohne Vorkochen eine 4 kg-Gans ca. 3 Stunden, eine 5 kg-Gans ca. 4 Stunden.

Den Backofen auf 250° vorheizen. Die Gans rundum mit ihrem eigenen Fett bepinseln, mit der Brust nach oben auf den Rost legen. Etwas gesalzenes Wasser in die Safptpfanne geben, sobald die Flüssigkeit anfängt zu kochen, wird die Temperatur auf 200°-220° reduziert.

Den Vogel immer wieder mit der Flüssigkeit aus der Saftpfanne beschöpfen, damit er nicht zu schnell bräunt und schön knusprig wird. Wird die Gans zu schnell braun, eventuell die Temperatur reduzieren und die Garzeit verlängern. Ein Stich in die Keulenansätze und auch mal in die Brust zeigt, wie weit er gar ist. So lange weiterbraten, bis die Gans von allen Seiten schön knusprig braun ist und beim Einstich klarer Saft austritt.

Um Infektionen zu vermeiden, sollte Geflügel immer vollständig durchgegart werden. Mithilfe eines Bratthermometers behalten Sie immer die Kontrolle über den Gargrad, bei einer Gans sollten mindestens 70 Grad Celsius erreicht werden. Die Gans ist fertig, wenn sich das Fleisch vom Beinknochen ablöst und der austretende Saft klar ist.

Schmalz

Die am Tag zuvor in Wasser eingelegten Fettbäckchen mit etwas Küchenpapier abtrocknen und ganz klein schneiden. In einem Topf bei niedriger Temperatur auslassen (schmelzen). Das ausgelassene Fett durch einen Sieb in eine Schüssel geben. Eine Zwiebel und einen Apfel fein schneiden, in etwas Butter oder Margarine anschwitzen, leicht Farbe nehmen lassen. Dann erst etwas Salz und einen TL Zucker zugeben, rühren, bis der Zucker verschmolzen ist. Das geschmolzene Gänsefett dazugeben. In Gläser oder Tassen füllen und verschlossen im Kühlschrank aufbewahren. Das Schmalz kann man zum Verfeinern von Grünkohl oder Rotkohl verwenden. Möchte man das Gänseschmalz zum Brot genießen, schmeckt man es mit Pfeffer und Majoran ab.

Soße

Ein Teil des abgefetteten Gänsewassers vom Vorkochen in einen Topf geben. Langsam köcheln lassen, bis fast die ganze Flüssigkeit verdampft ist. Dann wieder etwas Gänsewasser aufgießen und die Röststoffe vom Topfboden lösen. Wieder einkochen lassen bis es fast anbrennt, mit Gänsewasser ablöschen, einkochen lassen,….so lange wiederholen, bis das Gänsewasser aufgebraucht ist. Die Röststoffe geben den Geschmack. Die Soße wird sehr geschmacksintensiv, darum erst zum Schluss mit Salz und Pfeffer würzen, evt. mit etwas Mehl abbinden.

Alternativ kann man eine Soße aus Geflügelfond im Glas zubereiten. Mehl in Butter langsam bräunen, unter kräftigem Rühren schluckweise Geflügelfond dazugeben, bis das Mehl bindet. Ca 20 Minuten köcheln lassen, abschmecken nach Geschmack.

  • Tipps:
    Beim Braten nicht zu viel  Flüssigkeit angiessen, damit es nicht dampft! Der Dampf macht die Gänsehaut sonst labbrig statt kross!

 

Die Gans mit einem großen, scharfen Messer auf einem rutschfesten Brett tranchieren.
Dazu die Gans auf den Rücken legen, das Messer entlang des Mittelknochens führen und zuerst jeweils eine Brustseite vom Knochen lösen. Dann Keulen und Flügel vom Rumpf wegziehen und an den Gelenken mit dem Messer abtrennen.
Zuletzt, wenn es richtig stilvoll werden soll, die beiden Brusthälften in jeweils 1 cm dicke Scheiben schneiden.

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