Wer an die Pfalz denkt, hat sicherlich den Pfälzer Wald vor Augen, den Geruch eines deftigen Saumagens in der Nase und den Geschmack eines vollmundigen Pfälzer Weins auf der Zunge.
Insbesondere der Rebensaft gehört zu den Spezialitäten, die untrennbar mit der Region im Süden des Bundeslandes Rheinland-Pfalz verbunden sind. Schließlich ist diese das größte geschlossene Weinanbaugebiet in Deutschland.
34 weiße und 27 rote Rebsorten sind hier zu Hause. Bei dieser Auswahl kommt schnell eine Frage auf: Zu welchen Speisen passen denn die Pfälzer Weine? Die folgende Übersicht über die vier bekanntesten Rebsorten bringt Licht ins Dunkel.
Riesling
Extreme Hitze, starke Regenfälle und späte Fröste machen Winzern in ganz Europa das Leben schwer. Gleichzeitig jedoch bringt der Klimawandel mit der daraus resultierenden Erderwärmung laut Experten einige Vorteile für den Weinanbau. Etwa eine deutlich frühere Ernte. So können spätreifende Sorten wie der Riesling zukünftig bereits zum Herbstanfang geerntet werden.
Apropos Riesling – er gehört zu den Pfälzer Rebsorten, die für ihre Frische und Prägnanz bekannt sind. Der deutsche „König der Weißweine“ zeichnet sich durch eine feine Säuerlichkeit aus, die sich mit süß-spritzigen Aromen die Waage hält.
Aufgrund seines Geschmacksprofils passt der Pfälzer Riesling besonders gut zu Fisch, Meeresfrüchten und hellem Fleisch. Auch asiatische Gerichte kann er geschmacklich harmonisch unterstreichen.
Wer sich einen Geschmackseindruck des edlen Tropfens verschaffen möchte, bevor er diesen bei einem Dinner serviert, kann etwa an Weinproben in München teilnehmen.
Rivaner
Nach dem Riesling ist der Rivaner – besser bekannt als Müller-Thurgau – die am häufigsten angebaute Rebsorte in der Pfalz. Kein Wunder, denn ihm ist eine solide Geschmacksbasis zu eigen. Er verführt den Gaumen mit einer milden Säure, die von kräftigen Walnuss- und Muskattönen abgerundet wird.
Das Zusammenspiel aus frischen und markanten Aromen macht den Rivaner zum perfekten Begleiter von hellem Fleisch, Spargel, Salaten und Käse. Insbesondere in Kombination mit mildem Ziegenkäse kann er seine gustatorische Stärke ausspielen.
Weißburgunder
In der Pfalz sind hauptsächlich Weißweine zu Hause. Unter ihnen der sanfte Weißburgunder, der sich bevorzugt von seiner milden Seite zeigt. Zwar besitzt er eine leicht säuerliche Nuance. Jedoch betören vorrangig nussige Aromen die Geschmacksknospen.
Aufgrund seiner gustatorischen Finesse passt der Pfälzische Weißburgunder hervorragend zu Hähnchen- oder Kalbsfleisch. Wer es etwas leichter mag, serviert ihn am besten zu einer Cremesuppe oder grünem Spargel.
Zwar harmoniert der süßliche Wein nicht unbedingt mit klassischen Kuchen. In Verbindung mit Zwiebelkuchen oder einer Quiche kann er jedoch sehr wohl auf den Tisch kommen.
Gewürztraminer
Die Pfalz ist zwar zum Großteil eine Region weißer Reben. Das bedeutet jedoch nicht, dass nicht auch rötliche Rebsorten aus dem Landstrich kommen. Eine davon wächst sogar auf dem ältesten Weinberg der Pfalz, dem Traminer-Weinberg in Rhodt.
Gemeint ist natürlich der Gewürztraminer, der seinen Namen der kraftvollen Aromatik in Duft und Geschmack verdankt. Obwohl dessen reife Trauben kupferfarbene Schalen besitzen, gehört auch er zu den Weißweinen.
Geschmacklich hat er nicht nur pikante Noten zu bieten. Auch Anklänge von Rose, Birne und Litschi zeigen sich bei jedem Schluck auf der Zunge. Durch diesen Facettenreichtum eignet sich der edle Tropfen als Beiklang zu scharfen Currys oder einem intensiven Blauschimmelkäse.
Wer es etwas süßer mag, kann den Gewürztraminer als Dessertwein auch zu Marzipan, dunkler Schokolade oder einem Obstkuchen servieren. Letzterer sollte jedoch nicht zu säuerlich sein.





