Die Pfalz war jahrzehntelang eines der wichtigsten Tabakanbaugebiete Deutschlands. Laut dem Deutschen Bauernverband stammten in den 1980er-Jahren rund 40 Prozent des heimischen Tabaks aus der Region zwischen Speyer, Neustadt und Landau. Heute ist kaum noch etwas davon geblieben. Viele Felder liegen brach oder wurden auf Sonderkulturen wie Spargel und Gemüse umgestellt. Zugleich erlebt Hanf ein Comeback: Die vielseitige Pflanze gewinnt als nachhaltige Alternative in der Landwirtschaft zunehmend an Bedeutung.
Warum die Pfalz perfekte Bedingungen für Hanf und Tabak bietet
Kein Zufall, dass ausgerechnet die Pfalz beide Kulturen hervorbringt. Das Klima hier ist mild, die Böden sind nährstoffreich und gut durchlüftet. Rund um die Rheinebene findet sich Lössboden, der Wasser speichert und zugleich leicht genug ist, um empfindliche Pflanzenwurzeln atmen zu lassen. Diese Mischung ist ideal für Tabak, aber auch für Hanf. Beide Pflanzen lieben Sonne, Wärme und einen langen Vegetationszyklus. Besonders im Sommer profitieren sie vom fast mediterranen Mikroklima, das in der Vorderpfalz herrscht.
Einige Landwirte wagen deshalb den Schritt in eine neue Richtung. Nach Jahrzehnten des Rückgangs im Tabakanbau entsteht gerade ein Nebenzweig, der alte Traditionen mit neuen Ideen verbindet. Hanf gilt dabei als robust, ressourcenschonend und vielseitig nutzbar – ob für Textilien, Öle oder Naturprodukte. Auch die wachsende Nachfrage nach Hanf als Entspannungs- und Wellnessprodukt befeuert das Interesse. So berichten Produzenten aus der Südpfalz, dass die Pflanze wirtschaftlich wieder interessant wird. Sogar moderne Anbieter wie der Cannabis Shop von Flower Power greifen diesen Trend auf, um zu zeigen, dass Hanfprodukte längst nicht mehr in eine Nische gehören.
Wie der Boden der Pfalz zum Erfolgsfaktor wird
Die Böden der Pfalz zählen zu den fruchtbarsten Deutschlands. Zwischen Rheinebene und Haardtrand wechseln sich Löss, Sand und Kalkgestein ab. Diese Vielfalt ermöglicht es, unterschiedliche Kulturen auf engem Raum anzubauen. Für Tabak ist besonders der feinkörnige Lössboden ideal, weil er Feuchtigkeit speichert, ohne Staunässe zu erzeugen. Hanf hingegen schätzt tiefgründige, lockere Böden, die Wurzeln Raum bieten. Beide profitieren von der guten Durchlüftung und den vergleichsweise milden Wintern.
Ein weiterer Vorteil: Die Pfalz liegt in einer der sonnenreichsten Regionen Deutschlands. Im Jahresdurchschnitt gibt es über 1.700 Sonnenstunden, was sowohl das Wachstum als auch die Aromenbildung fördert. Tabakblätter entwickeln unter solchen Bedingungen ihre typische goldgelbe Farbe, während Hanf aromatische Öle bildet. Diese natürlichen Bedingungen ermöglichen hohe Qualität bei relativ geringem Düngemittelbedarf.
Hanf im Garten anbauen: Tipps für private Konsumenten
Auch Privatpersonen dürfen in Deutschland Hanf anbauen – allerdings nur unter klaren gesetzlichen Bedingungen. Erlaubt ist ausschließlich der Anbau von zertifiziertem Nutzhanf, der einen THC-Gehalt von weniger als 0,3 Prozent aufweist. Wer in der Pfalz einen eigenen kleinen Versuch im Garten oder auf dem Feld starten möchte, muss den Anbau vorher bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) anmelden. Ohne diese Genehmigung ist der Anbau nicht erlaubt.
Für erfolgreiche Ergebnisse spielt der Standort eine zentrale Rolle. Hanf braucht viel Licht, durchlässigen Boden und ausreichend Platz. In der Pfalz sind besonders die sonnigen Lagen rund um die Rheinebene oder leichte Hangflächen Richtung Haardt ideal. Die Erde sollte locker, tiefgründig und frei von Staunässe sein. Schwere, verdichtete Böden hemmen das Wurzelwachstum und reduzieren den Ertrag.
Wichtig ist auch die Vorbereitung des Bodens. Eine flache Bodenlockerung vor der Aussaat fördert die Durchlüftung und hilft, Unkraut zu minimieren. Hanf keimt bei etwa 10 Grad Celsius, daher eignet sich die Aussaat im späten Frühjahr. Wer ökologisch denkt, kann auf organische Dünger setzen, denn Hanf ist genügsam und verbessert langfristig sogar die Bodenstruktur.






